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Keksturm |
| Foto: Ernst Rose |
| © Knipsermann / PIXELIO |
Warum bleibt es nicht bei einem Schokoriegel? Warum muss es denn gleich ein halbes Pfund Kekse sein? Warum begnügen wir uns nicht mit einem Stückchen Schokolade statt der ganzen Tafel?
Vollmundig versprechen Schokoriegel, verbrauchte Energie sofort zurückzubringen. Und tatsächlich sind sie Nothelfer in der Hungerkrise. Bis zu diesem Moment. Der Teufelskreis setzt nämlich erst nach der rettenden Energiezufuhr ein: Der Blutzuckerspiegel steigt plötzlich steil an, sobald der Zucker nunmehr zu Traubenzucker verwandelt ins Blut schießt.
Diese Überschwemmung hält jedoch nur kurze Zeit an. Sobald der Blutzuckerspiegel wieder absinkt – und das geschieht genauso rapide wie der Anstieg – wird im Gehirn wieder Alarm ausgelöst: sinkender Blutzuckerspiegel signalisiert Hungergefühl. Ein weiterer Schokoriegel folgt, das Spiel ereignet sich aufs Neue: Das nennt man den JoJo-Effekt.
Nun suggeriert uns die Werbung, dies lasse sich umgehen durch Süßstoff. Also greift man zu zuckerfreien süßen Getränken – Limonade etwa oder Kaffee. Sie schmecken zwar süß, bringen jedoch nicht die Energiezufuhr. Dennoch überlisten sie unser Gehirn. Es signalisiert uns, unser Körper brauche mehr – wie dies nach echtem Zuckerkonsum geschieht. Auch hier tritt also keine Sättigung ein. Der Impuls, mehr essen oder trinken zu wollen, bleibt erhalten.
Eine echte Befriedigung kann nur diejenige Nahrung geben, die dem Blut konstant Traubenzucker zuführt, den Körper kontinuierlich mit Energie versorgt. Deshalb sind Nahrungsmittel unabdingbar, die ihre Energie sukzessive, also langsam, nach und nach, abgeben.
Der Körper soll also am Umbau der Nährstoffe arbeiten, der Magen soll etwas zu tun haben, bis der fertige Traubenzucker schließlich durch die Wände des Dünndarms ins Blut oszillieren kann, während der Dickdarm beschäftigt werden muss, um nicht träge zu erlahmen.
Dies ereicht man durch ballaststoffreiche Nahrung. Das sind Volkornprodukte, Obst und Gemüse, die in ihrer Grundsubstanz aus Stärke, Zucker und Wasser bestehen – von Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen abgesehen – dennoch viel unverdauliche Zellulose enthalten. Diese Darmfüller und -ausputzer sind es nämlich, die man als Ballaststoffe bezeichnet.
So gesehen erschließt sich die wahre Bedeutung von Ballast im Zusammenhang der Ernährung. Ballaststoffe sind kein unnötiger Ballast für den Körper, sondern notwendiges Mittel, um das Verdauungssystem in Betrieb zu halten und das Wohlbefinden zu gewährleisten.




