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Heinrich Heine im Jahre 1829 |
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Früher war es üblich, artikellose Namen, deren Kasus dadurch nicht mehr deutlich wird, durch eine Flexionsendung zu kennzeichnen. Das erweist sich noch bei der Lektüre von E.T. A. Hoffmann, Heinrich Heine und Theodor Fontane: “Überdem waren aller Augen auf Aurelien gerichtet …” (E.T.A. Hoffmann) [1], “… sagte, daß er Vatern holen solle und Hedwigen auch … als er Rudolfen sah, …”(Theodor Fontane) [2], “Wie er stand so stark und mutig … glich er wahrlich Sankt Georgen” (Heinrich Heine) [3].
Diese Beugung kann man im Deutschen auch noch an einigen wenigen Substantiven beobachten, die etymologisch wohl Adjektiven nahestehen - z.B. Fürst, Held, Graf, Herr, Propst, Narr, dazu die Maskulina auf -e: Junge, Kunde, Laie, Knappe, Knabe, Bube - auch Tiere wie Löwe, Bär, Affe. Man nennt diese unregelmäßige Beugung schwach im Gegensatz zu der regelmäßigen, die starke Beugung heißt. Sie betrifft maskuline, einsilbige Substantive, die heute ihre Endungen weitgehend abgeschliffen haben. Das vollständige Deklinationsmuster lautet: der Mann, des Mannes, dem Manne, den Mann.
Aus diesem Grund nennen sich Einrichtungen, die einen Genitiv der auf -a endenden Namen repräsentieren, zum Beispiel Marienhospital, Sophienterrasse, Katharinenmarkt, Amalienstift, Zollamt St.Annen.
Deutlicher wird dies noch bei Namensgebungen nach männlichen Vornamen antiker Prägung, z. B. Martinistraße, St. Pauli, Jakobikirche, Petridom, Johannisbeeren, Nikolaiort. Deren Nominativformen lauten hingegen Martinus, Paulus, Jakobus, Petrus, Johannes, Nikolaus.
Auch wenn man Feiertage, die Heiligen gewidmet sind, nennt, zeigen sie sich oft gebeugt: Mariä Empfängnis, Mariä Himmelfahrt, in der Johannisnacht, an Johanni (24.6.), zu Michaeli (29. 9.), an Bartholomäo oder die Redensart “Matthäi am letzten” für “seinem Verderben nahe sein”. Batholomäus bleibt erhalten in der Bartholomäusnacht. [4] Auch Nikolaus hat diese Unschärfe: Einerseits lautet der Genitiv Nikolai, etwa Nikolai-Kirche, andererseits sagt man an Nikolaus (6.12).
Auch der Name Jesus Christus wird in der kirchlichen Liturgie noch überwiegend im grammatischen Ursprungskasus verwendet, was so gelehrt wie vertraut klingt: Christi Geburt, im Namen Jesu Christi, in Christo Jesu, unseren Herrn Jesum Christum. [5]
[1] E.T.A. Hoffmann: Die Elixiere des Teufels
[2] Theodor Fontane: Der Stechlin, München 1959, S.137
[3] Heinrich Heine: Donna Clara
[4] In der Bartholomäusnacht, der “Pariser Bluthochzeit” am 24.8. 1572 fielen der Verfolgung schätzungsweise 10 000 Hugenotten auf Veranlassung Katharinas von Medici zum Opfer. Anlass war die Hochzeit des Protestanten Heinrich von Navarra und der Katholikin Margarethe von Valois, einer Medici-Tochter.
Diese Ereignisse thematisiert die Ballade Conrad Ferdinand Meyer: Die Füße im Feuer.
[5] Jesus ist die griechische Umbildung des hebräischen Eigennamens Jeshua “Jahwe ist Heil”; Christus, griechisch “der Gesalbte”, ist die Übersetzung des hebräischen Hoheitstitels “Messias”.
Das Deklinationsschema lautet Jesus Christus, Jesu Christi, Jesu Christo, Jesum Christum.
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