25.09.2009

Horseradish und Meadowsweet

Meerrettich

Meerrettich

Foto: Dieter Kaiser
© dietli / PIXELIO

Meerrettich treibt einem die Tränen der Schärfe in die Augen.

Mädesüß, eine lieblich duftende Sumpfblüte, treibt einem eher Tränen der Rührung ins Auge, wenn einem nicht vor Ergriffenheit ob des bezaubernden Bildes die Sinne vergehen.

Doch nichts ist, wie es scheint.

Die Etymologie, die Lehre von der Herkunft der Wörter, kann zur Privatsache werden, wenn es um Botanik geht.

So findet man unter Meerrettich etymologische Erklärungen, die Meer oder mehr – den Standort oder die Schärfe des zäh-tiefwurzelnden Gewächses beschreibend - annehmen, englisch lapidar horseradish – Pferderettich – genannt. Das Deutsche zählt die veraltete, abwertende Bezeichnung Mähre für Pferd zu seinem Wortschatz. Daraus lässt sich vielleicht auch dies ableiten: Pferderettich, Mährrettich, Meerrettich.

Die englische Botanik hält noch eine Überraschung bereit: nicht das süße Mädchen, sondern die süß duftende Wiese – meadow – stand Pate bei Mädesüß, meadowsweet. Hier finden wir wohl die rechte Verwandtschaft.

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