8.05.2008

Küchenschelle - was macht die Glocke in der Küche?

Küchenschelle

Küchenschelle

Foto: bardo
© bardo / PIXELIO

Schon ist es Mai, und die Frühblüher haben sich weitgehend zurückgezogen. Wo gerade noch Schneeglöckchen und Szilla hervorlugten, sind längst Giersch, Knoblauchrauke und Brennessel ins Kraut geschossen und haben das Regiment übernommen, wenn keine ordnende Gärtnerhand eingegriffen hat. Kaum drei Wochen ist es her, da war auf dem Isemarkt, dem Hamburger Markt, der alles in Fülle bietet, was das Herz begehrt, ein Stand mit altmodischen Frühlingsblumen. In Töpfen, versteht sich. Zum Auspflanzen im Garten und mit der Hoffnung, sie im kommenden Frühjahr wieder zu begrüßen.

Es fanden sich da in den schönsten Lila-, Rosa-, Dunkelrot- und Weißtönen feingemusterte Schachblumen, gestielte Primeln und Aurikeln. Und bepelzte Küchenschellen. Über die letzten will ich berichten. Dieser Bericht gerät nun zwangsläufig zum Nachruf.

Hier habe ich sie kürzlich betrachtet:

Datenschmutz: Die ersten Küchenschellen

Frühblüher nutzen die Lichtverhältnisse des Frühjahrs, wenn noch kein Laub oder hohes Gras sie beschattet. Ihre Vegetationsperiode beginnt früh, und ihre Vermehrung regelt sich mehr über die vegetative - Ablegerbildung - als die generative - Frucht- oder Samenstände. Die nötigen Nährstoffe haben sie über die Periode ihrer Karenz in Zwiebeln, Knollen oder Erdsprossen gespeichert.

Die Küchenschelle ist eine Anemonenart. Sie wächst wild im zeitigen Frühjahr auf nährstoffarmen Alpwiesen und Triften. Auch auf den Kuppen des Kaiserstuhls ist sie heimisch. Vor Kälteeinbrüchen ist die Blüte durch einen zierlichen, silbrigen Pelz geschützt, auch Stiel und Blätter sind zartschimmernd behaart.

Die Blüte ist in der Wildform lila, und wie bei fast allen Blüten mag es auch weiße Formen und hellere Violettschattierungen geben. Gezüchtete Exemplare haben eine noch breitere Farbscala.

Die Blüte hat die Form einer Glocke. Daraus leitet sich ein Teil ihres Namens ab, Schelle. Der andere Teil - “Küche” - erscheint zunächst rätselhaft. Denn in der Küche dürfte man die Küchenschelle nicht verwenden. Sie ist giftig. Ihren Namen verdankt sie einem anderen Bild. Es ist das Küh-chen, das Kühlein. Die Küchenschelle hat so betrachtet Ähnlichkeit mit einer kleinen Kuhglocke.

 

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Kommentare

Natur und Umwelt: Küchenkräuter
Webhinweise:
Küchenschelle - was macht die Glocke in der Küche?
http://www.plantor.de/?p=8

Es gibt viele Namenserklärungen für die Küchenschelle.
Hier eine weitere, logisch erscheinende:
Kühe suchen und fressen kurz vor der Geburt eines Kalbs äußerst gerne eine oder mehrere Küchenschellen. Es erleichtert und beschleunigt die Wehen. Sobald das Kalb da ist, meiden diese Kühe die Küchenschelle (weil sie eigentlich giftig ist?)
Daher Küchenschelle = “Einläuten eines Kühchens”
Gruß

sehr interessant, die Küchenschelle war mir vorher noch nicht bekannt.
Scheinbar ist (oder zumindest war) sie in der Heilkunde auch sehr verbreitet. http://www.apotheke-sommer.de/kuechenschelle.htm
Sie wird wohl im allgemeinen bei “Frauenbeschwerden” eingesetzt, also daher auch die Erleichterung der Wehen bei Kühen…

Frühblüher nutzen die Lichtverhältnisse des Frühjahrs, wenn noch kein Laub oder hohes “Gas” sie beschattet.

Textfehler: Hohes Gas

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