16.06.2008

Der Tulpenbaum - exotisch erst auf den zweiten Blick

Tulpenbaum

Tulpenbaum - Blüte
(Liriodendron tulipifera)

Foto: Peter Bubenik
© GNU Free Documentation License

Ganz unauffällig steht er da. Wie eine nicht recht zum Ausladen bereite Platane. Genauer besehen ist der Stamm uncharakteristisch rissig.

Die ahornblättrige Platane hat dagegen eine breit ausladende Krone mit starken Ästen und einen in großen, dünnen Schuppen silbrig abschilfernden Stamm.

Auch den Blättern dieses “Allerleirauh” unter den Bäumen fehlt, was zunächst wie ein Zufall erscheint: Sie haben anstelle einer Spitze einen mutwillig anmutenden Ausschnitt.

Es ist der platanenblättrige Tulpenbaum.

Wie sich die Platane vom Ahorn den Namen geborgt hat, um sich charakterisieren zu lassen, so hat der Tulpenbaum seinerseits eine Anleihe bei der Platane gemacht.

Magnolien

Magnolien

Foto: SarahC.
© SarahC. / PIXELIO

Es gibt schließlich noch einen anderen Tulpenbaum, die Magnolie. Sie stammt aus Japan, hat große rosa Blüten und oval geformte Blätter, sie wird nur mäßig hoch, ein beliebter Baum im Vorgarten, der schon vor allem Grün im Frühjahr üppig blüht.

Dagegen ist die Heimat unseres Objekts Nordamerika.

Hierzulande ist er eine Seltenheit. Aber da sein Holz kostbar ist als Material für Instrumentenbau und Möbelfurniere, wird auch seine forstwirtschaftliche Nutzung in Erwägung gezogen. Mir sind bisher nur drei Exemplare diese Tulpenbaums begegnet: Einer steht im Innocentiapark, einer am Kaiser-Friedrich-Ufer und der größte von allen auf dem weitläufigen Gelände des Kaifu-Bades.

Der Standort zeigt: Er liebt einen feuchten, nährstoffreichen Grund.

Jetzt im Juni ist seine Blütezeit.

Schärft man den Blick und wendet ihn gegen seine Baumkrone, so erkennt man sie, die von weitem wie früh verfärbte Blätter wirken: Große, prächtige gelbe Blüten mit zartroten Einsprengseln, tulpenartig aufgerichtet und ganz untypisch für heimische Laubbäume krönen die Zweigspitzen. Sie von Nahem zu betrachten ist nicht so leicht, denn die Krone ist uns Erdlingen meist unzugänglich.

Literaturhinweise:

Barbara Traber, Tulpenbaum (Gebundene Ausgabe)

Stefan Koppermann, Tila und der Tulpenbaum (Broschiert)

blog.institut1

Benutzerdefinierte Suche


Bei allen Services (Mister Wong, Yigg, Infopirat etc.) bookmarken

Kommentare

Jetzt, im Herbst, wenn das Laub sich verfärbt, kann man ein weiteres Charakteristikum des Tulpenbaums beobachten: Er tut sich vor allen anderen Bäumen hervor durch ein warmes, leuchtendes und langanhaltendes Gelb seiner Blätter, dass es eine Freude ist, ihn zu betrachten.

Hinterlasse einen Kommentar

Dein Kommentar:

Kategorien