![]() |
Adjektivbildung |
| Foto: Michael Bührke |
| © inuit / PIXELIO |
Adjektive, Eigenschaftswörter, Wiewörter, passen sich in ihrer Flektion, Beugung, den dazugehörigen Substantiven an. Sie haben also keine eigenen starken oder schwachen Muster.
Es gibt endungslose Adjektive - schön, schnell, klein - und solche, die durch ein Suffix, eine Nachsilbe, am Stamm eines anderen Wortes, eines Verbs oder Substantivs, gebildet werden.
Unverkennbare adjektivischen Endungen sind -ig, -isch, -sam und -lich. Die gebräuchlichste ist -lich. In -lich erkennt man die Nähe zu der englischen Endung -ly, die aus einem Adjektiv ein Adverb macht. Auch im Deutschen haben viele Adverbien die Endung -lich.
Diese Silbe lässt sich sogar noch an ein bereits bestehendes Adjektiv anhängen. Das bewirkt entweder eine Schattierung, grün - grünlich, schwach - schwächlich, zart - zärtlich, oder bewirkt eine adverbielle Aussage, gnädig - gnädiglich, ewig - ewiglich, willig - williglich. Sie ist von ihrem Sinn her wie englisch like, gleich, niederdeutsch like, gleich, mittelhochdeutsch gelich. Darin zeigt sich ein Hinweis auf Gestalt, “Leiche”. Die Vorsilbe ge- bedeutete im Mittelhochdeutschen so - wie.
Auch die Nachsilbe -sam entspricht englisch same, gleich, was sich ähnlich erklärt: gleichsam, duldsam, gehorsam.
Suffixe haben oft eine eigene Aussage. So wird durch -bar, angehängt an einen Verbstamm, ein passivischer Sinn vermittelt, waschbar, fassbar, berechenbar, mit der Bedeutung kann gewaschen, gefasst, berechnet werden. Die Nachsilbe -bar hat einen Zusammenhang zu Bahre und englisch to bear, tragen. Beide drücken den passivischen Charakter auf einer konkreteren Ebene aus. Ähnlich verhält es sich mit -haft. Adjektive mit diesem Suffix sagen aus, dass dem Gegenstand etwas sinngemäß anhaftet, Ekel - ekelhaft, wahr - wahrhaft, Bild - bildhaft. Die Nachsilben -en, ern werden Materialien zugeordnet, Holz - hölzern, Eisen -eisern, Wolle - wollen, Ton - tönern.
Andere Adjektive werden noch offensichtlicher mit Nachsilben ausgestattet, die einen eigenen Sinn enthalten. So wird das Adjektiv als Kompositum, Zusammensetzung, auffassbar. Das erweist sich bei solchen mit -los, -voll, -mäßig, -gemäß, -widrig, -arm, -selig, -würdig. Dadurch entsteht eine fast beliebige Produktivität von Adjektiven.
Eine ganz unbedeutende Gruppe hat zwar eine eigene adjektivische Endung, -icht, jedoch gibt es nur wenige Beispiele: töricht, nackicht, neblicht. Sie wirken altertümlich, dichterisch verschroben und haben gebräuchlichere Entsprechungen dusselig, nackt, neblig. Sie sind veraltende Nachsilben. In den Substantiven Dickicht und Röhricht scheinen sie noch erhalten.
![]()

Benutzerdefinierte Suche




